Sèan Moran, der Gründer der Firma Sip Tea, kam gestern zu uns in die Schule. Er verkauft Qualitäts-Tee an Restaurant und Hotels in Irland und England.
Seine Informationen über die Geschichte und die Produktion des Tees waren sehr interessant. Hier eine kurze Zusammenfassung seiner Ausführungen:
80% der Teetrinker trinken Tee aus Beuteln. Dass in den Teebeutel eigentlich nur schäbige Qualität steckt, ist den wenigsten bewusst. Ein Test ist ganz einfach, Teebeutel aufschneiden und den Inhalt auf einen Teller kippen! Nur Pulver. Thomas Lipton erfand den Teebeutel, welcher auch mit gutem Tee, das heisst mit ganzen Teeblättern gefüllt werden kann.
Der Teebusch wächst in China, Indien, Sri Lanka, Kenia und Japan. Am meisten Tee wird in Indien produziert. Die Holländer waren die Ersten, welche den Tee nach Europa gebracht haben und nicht die Engländer, wie so viele annehmen.
Von den Holländern stammen auch die Bezeichnungen FOP, GFOP, TGFOP etc
FOP bedeutet Flowery Orange Pekoe. Orange hat nichts mit der Zitrusfrucht zu tun, sondern mit den Oranjes (wer kennt den Asudruck nicht?) und Pekoe bezieht sich auf das Pflücken der zarten Blätter rund um die Blüte (stammt vom Chinesischen). In der Regel werden die letzten 2 Blätter der jungen Triebe geerntet.
Die Teebüsche lieben warmes feuchtes Klima, sie wachsen bis auf die Höhe von 2000m. In hoch gelegenen Teepflanzungen, sind die Teebüsche kleiner, sie wachsen langsamer und ergeben eine kleinere Ernte, haben aber einen ausgeprägten Geschmack. Im den hohen Norden Indiens wird einmal im Jahr geerntet, anderenorts, dh in wärmeren und feuchten Klima kann während des ganzen Jahres gepflückt werden.
Die Arbeit verlangt viel Fingerspitzengefühl und wird meist von Frauen verrichtet. Eine gute Teepflückerin kann bis 35 kg Blätter pflücken in einem Tag. 91000 mio Büsche braucht es, um der weltweiten Nachfrage nach Tee gerecht zu werden.
Die Chinesen realisierten, dass der Teebusch je nach Ort, Höhe und Erde geschmacklich unterschiedlichen Tee ergibt. Sie haben die Produktionsmethoden perfektioniert und daraus sind 3 wichtige chinesische Teesorten entstanden. Der Grüntee, der Oolong Tee und der Schwarztee (zb Keenum, Lapsan Souchong, Yunnan Western).
Aus Indien stammt der Assam und Darjeeling Tee, beides Schwarzteesorten. Ebenso die Teesorten aus Sri Lanka, Sèan meinte, die besten Tees stammen aus Sri Lanka, dazu gehören der Dimbula , Kandy, Nuwara Eliya und der Uva Tee.
Die Klassierung des Tees bezieht sich auf die Grösse und das Aussehen der Blätter. Die zwei Hauptklassierungen sind die whole leaf und die broken leaf Klasse, welche wiederum unterteilt sind.
Whole leaf sind Flowery orange Pekoe FOP, Orange Pekoe OP usw die längste Klassierung ist SFTGFOP was soviel wie Super Fine Tippy Golden Flowery Orange Pekoe bedeutet.
FTGFOP bedeutet Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe, die Abkürzung wird aber auch als“ far to good for ordinary people „ gebraucht.
Nun zum Tee kochen: Teekanne mit kochend heissem Wasser vorwärmen, pro Tasse 1Teelöffel Teeblätter (gehäuft für ganzblättrigen Tee!) in die vorgewärmte Teekanne geben, die Teeblätter mit frisch gekochtem Wasser übergiessen und 3 bis 4 Minuten ziehen lassen. Die hellen Teesorten werden ohne Milch oder Zitrone getrunken Sèan gab uns den Tipp anstatt Zitrone Orange anzubieten, denn die Säure der Zitrone zerstört den feinen Geschmack des Tees.
So jetzt werde ich mir selber einen feinen Eisenkrautblätter Tee brauen, den zur späten Stunde tut mir Schwarztee nicht gut. Er regt das vegetative Nervensystem an, hält wach und erhöht die Konzentration, deshalb sollte man auch bei wichtigen Entscheidungen und beim Lernen einen Cup of Tea trinken und nicht Kaffee, denn der mache nur nervös und verursacht Herzklopfen!
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