Monday, October 4, 2010

Freitag Woche 2 und Montag Woche 3

Letzten Freitag habe ich Fisch filetiert. Zuerst eine kleine Makrele zum Ueben und dann einen grossen 2 kg schweren Kabeljau. Beides gelang mir gut. Ich kochte einen Kabeljaugratin mit Cheddarkäse, der Fisch war frisch und delikat und ich fand es beinahe Schade ihn mit soviel Käse zudecken zu müssen. Dazu gab es gedämpfte Kartoffeln, geschält und sautiert mit Petersiliebutter. Die Kartoffeln werden hier immer in der Schale gekocht, die irischen Sorten sind ziemlich mehlig und es ist eine hohe Kunst, dass sie nicht zerfallen und schön glatt bleiben. Für Fisch und Kartoffeln erhielt ich die höchste Bewertung, was mich natürlich freute. Mein Sodabrot ist auch gut gelungen, leider habe ich das Bakingsoda nicht gesiebt und deshalb gabs einen kleinen Abzug, denn das Bakingsoda hinterlässt kleine gelben Flecken, wenn es nicht gesiebt ist... "bschiesse lieht nöd drin! "


Der geköpfte Kabeljau
übrigens das malträtierte Makrelenfilet am oberen Bildrand war nicht von mir.
Kopf und Gräte kamen natürlich in den Fischstock......
Die Woche 3 hat nicht für alle gut begonnen. 2 Studenten haben sich beim ausbeinen der Lammkeule und Gemüse schnetzeln so tief in die Finger geschnitten, dass sie in den Notfall gebracht werden mussten. Die Küchenmesser sind scharf und gefährlich. Ich hätte gerne ein Foto von meinem Messerset gepostet, aber das ist leider nicht möglich, denn mein Set war nach der Demo-Lektion nicht mehr auffindbar. Wahrscheinlich hat es jemand aus versehen mitgenommen. Ich hoffe, dass ich die Messer morgen zurück erhalte, denn ohne Messer kann kein Koch arbeiten. Die Messer sind von Victorinox, pro Kurs verkauft die Schule mindestens 50 Sets an die Studenten. Die "scharfen Schweizer " sind gut vertreten in Ballymaloe, pro Jahr werden mindestens 150 Sets verkauft.
Zum Wetter, dem wichtigsten smalltalk Thema hier:
In den letzten Tagen ist es herbstlich geworden, seit gestern sind die Bäume farbig und morgens liegt ein Nebeldunst über dem Meer.

Vor 2 Tagen waren die Bäume noch grün

heute Morgen

Abendlicher Besuch von einem Fasan
ZU meinen Aufgaben am Montag: Ich bereitete einen traditonellen Irischen Salat mit Creamdressing zu.
Früher gab es kein Olivenoel in Irland, deshalb wurde die Sauce mit Rahm zubereitet. Olivenöl wurde nur für medizinische Zwecke gebraucht, zb um Ohrenprofen aufzulösen, es konnte nur in der Apotheke gekauft werden. Heute findet man in jedem Supermarkt Olivenöl aber die Auswahl ist nicht so gross wie bei uns.
Ueberhaupt realisiere ich jedes Mal wenn ich hier einkaufen gehe, wie verwöhnt wir sind und welch unendlich grosse Auswahl an Lebensmitteln wir haben, ob das gut ist, sei dahin gestellt. Bohnen von Afrika, Birnen aus Südamerika ect sind und werden "not to buy" Produkte sein und bleiben. Auf dem Markt und in den Läden hier findet frau vor allem saisonale Produkte die appetitlich aussehen, bei exotischen Früchten muss man aufpassen, denn meist sind sie unreif und ohne Geschmack.
Ich werde in Zukunft, auch als Störköchin, noch bewusster einkaufen, dh vor allem saisonal und wenn möglich bio.

der Salat war lecker
Zudem habe ich heute noch glasierte Rüebli gekocht, Scones gebacken, Mintsauce und Johannisbeergelee gemacht und zu guter letzt noch 1 kg Ballycotton Shrimps für die Demo am Nachmittag gekocht.
Jetzt muss ich noch meinen Arbeitsplan für morgen schreiben.


1 comment:

  1. Liebe Brigitte,
    das ging mir mit den ganzen Fisch-Gratins und -Pies auch so: Ich fand den leckeren, frischen Fisch zu schade für die kräftigen Käse- und Sahnekreationen. Dem Hummer wird es nicht viel besser ergehen, ich fand auch da, dass er gar nicht so viel drumherum benötigt. Dir weiterhin viel Spaß!
    Grüße aus Bridport und von der River-Cottage-Farm
    Claudia

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